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Schwere Vorwürfe gegen "Fairkauf"
Sie wollte das Singener Unternehmen "Fairkauf" unterstützen - doch nun liegt eine Engenerin mit dem sozialen Dienstleister im Clinch. Die Vorwürfe: Nach der Wohnungsräumung herrschte Chaos, und Wertgegenstände fehlten. Jetzt ermittelt die Polizei.
In zwei Tagen sollte „Fairkauf" diese Wohnung räumen. Nach dem ersten Tag fand die Besitzerin sie so vor und vermisste außerdem noch Wertgegenstände.

Sie wollte die soziale Beschäftigungsgesellschaft des Caritasverbandes mit ihrem Räumungsauftrag unterstützen. Doch jetzt liegt Nina Gruber mit dem Singener Unternehmen "Fairkauf" im Clinch: Nach dem Tod ihres Vaters hatte die Engenerin beschlossen, die Wohnungsauflösung von dem sozialen Dienstleister ausführen zu lassen.
Alles schien seinen geordneten Gang zu gehen. Der Entsorgungsvertrag für die alten Möbel und Haushaltsgegenstände war unter Dach und Fach, der Preis realistisch. Und Nina Gruber hatte ein gutes Gefühl, als sie mit der Leitung von Fairkauf vereinbarte, dass der fünfköpfige Entsorgungstrupp den Schlüssel für die Wohnung unter der Fußmatte finden würde. Sie zahlte 450 Euro an und freute sich, dass die Aufgabe erledigt würde.
Als sie nach dem ersten Räumungstag nach Hause kam, traf sie jedoch beinahe der Schlag. Die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld. Die brauchbaren Möbel waren abgeholt. Als sie in den Keller schaute, der für den Räumtrupp tabu war, musste sie feststellen, dass das Silberbesteck und der Schmuck ihrer Mutter fehlten.

Die junge Frau ist empört und fordert die Stücke zurück. Doch die fünf Männer des Räumtrupps beteuern, dass sie nichts mitgenommen haben, was nicht vereinbart war. Nina Gruber hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Die hat wiederum Fotos vom Schmuck und dem Besteck angefordert. Das dauert.
Nina Gruber fordert die Anzahlung zurück, weil der Räumauftrag nicht ausgeführt wurde.
Für den Verantwortlichen von Fairkauf Singen, Detlef Dräger, ist der Fall sehr bedauerlich, aber nicht abwegig. „Es könnte einer unserer Leute gewesen sein", sagt er. „Doch die streiten alles ab." Dräger kann sich seine Beschäftigten nicht aussuchen. Die Langzeitarbeitslosen werden ihm vom Jobcenter zugeteilt, um ihre Chancen für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern. Dräger schließt aber nicht aus, dass darunter auch mal ein schwarzes Schaf sein könne. Er bedauert den Vorfall sehr: „Das ist das Schlimmste, was uns passieren kann. In meinen fünf Jahren bei Fairkauf ist das der zweite Fall, in dem die Polizei ermittelt."
Für Nina Gruber ist das kein Trost. Sie hat ihr Vertrauen verloren und rät, niemals einen Wohnungsschlüssel unter der Matte zu deponieren. Und von Fairkauf fordert sie ihre Anzahlung zurück.
Die Unternehmensidee
Fairkauf Singen ist ein Beschäftigungsbetrieb des Caritasverbandes Konstanz. Er bietet arbeitslosen Menschen eine befristete Beschäftigung. In Kombination von Training am Arbeitsplatz, Beratung und Begleitung sowie Qualifizierung werden die Integrations- und Vermittlungsaussichten verbessert, auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet oder in diesen vermittelt.
Fairkauf Singen betreibt ein Second-Hand-Kaufhaus und bietet Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen. Die Arbeitsinhalte orientieren sich dabei an den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Quelle:
Artikel verfasst: 11.08.2010, 19:02 Uhr
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