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Wenn der Wald zur Müllkippe wird
Müll hat im Wald nichts zu suchen. Und doch gibt es ihn. Und zwar nicht zu knapp. Alte Reifen, Asbestplatten, gebrauchte Windeln, Eimer mit Farbe und Holzschutzmittel, Kühlschränke, Fernseher, Ölfässer - den Förstern im Westhavelland ist bei ihren Reviergängen schon alles begegnet. „Es ist unglaublich, was die Leute in den Wald schleppen", sagt Rathenows Stadtförster Thomas Querfurth. Obwohl den Müllsündern drakonische Strafen drohen, verschärft sich das Problem.

Gert Schmidt, Leiter der Oberförsterei Grünaue, hat entsprechende Zahlen zur Hand. Im Jahr 2008 seien rund 25 Tonnen illegal entsorgten Mülls aus dem rund 15 500 Hektar großen Waldgebiet rund um Rathenow geholt worden, für das die Oberförsterei hoheitlich zuständig ist. Im vergangenen Jahr habe sich diese Menge auf 50 Tonnen verdoppelt. Und in diesem Jahr seien auch schon weit über 25 Tonnen aus den Wäldern geholt worden.
Den Schaden hat nicht nur die Natur, den Schaden hat auch der Steuerzahler. Kann der Verursacher der Verschmutzung nicht ausfindig gemacht werden, sammelt die Oberförsterei den Unrat auf Landeskosten ein. Für die fachgerechte Entsorgung ist der Landkreis zuständig. Pro Jahr werden kreisweit 100 000 Euro für die Entsorgung herrenlosen Mülls ausgegeben, ein Großteil davon stammt aus den havelländischen Wäldern.
Wer erwischt wird, darf doppelt zahlen. Zum einen muss er die Verunreinigung beseitigen. Zum anderen werden Bußgelder fällig, die je nach Schwere des Vergehens zwischen 40 und 20 000 Euro liegen können. Wer Schadstoffe im Wald entsorgt, der macht sich strafbar und muss sich vor Gericht verantworten.
Für Aufsehen sorgte ein Fall vor gut drei Jahren, der sich auf dem Gebiet der Oberförsterei Friesack ereignet hatte. Bei Landin fand die zuständige Revierförsterin mehrere Kanister mit Altöl, Bremsflüssigkeit und anderen Gefahrstoffen. Der Verursacher konnte in diesem Fall nicht ausfindig gemacht werden.
Doch nicht immer kommen die Müllsünder unerkannt und unbestraft davon. Ein Handwerker aus Bamme, der nach der Sanierung seines Hauses zentnerweise Schutt in den Wald gefahren hatte, wurde ausfindig gemacht und musste eine empfindliche Strafe zahlen. Darum appelliert Gert Schmidt auch an alle, die im Wald unterwegs sind, derartige Verstöße bei den Revierförstern zu melden. Denn so könne der Wald noch effektiver geschützt werden. Hinweise würden in jedem Fall vertraulich behandelt.
Artikel verfasst: 29.08.2010, 20:16 Uhr
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